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Anleihen

DEFINITION

Eine Anleihe, eine Rente oder ein Bond wird häufig als festverzinsliches Wertpapier bezeichnet. Diese Definition lässt bereits auf die grundlegende Funktionsweise schließen: Einer Anleihe liegen feste Zinszahlungen, sog. Kupons, zu Grunde. Man kauft also bspw. eine Anleihe für 100 Euro und erhält bei einem jährlichen Kupon von 5 Prozent eine sichere Zahlung von 5 Euro p.a. (=pro Jahr). Hat diese Anleihe nun eine Laufzeit von bspw. fünf Jahren, so sind dem Käufer der Anleihe 25 Euro (5x5 Euro) Rendite über diese fünf Jahre sicher. Da eine Anleihe an einer Börse gehandelt wird, ist sie entsprechenden Kursschwankungen unterworfen. Hält man die Anleihe allerdings über die gesamte Laufzeit, was meist bei langfristiger Kapitalanlage oder Altersvorsorge der Fall ist, so können diese Kursschwankungen außer Acht gelassen werden.

Emittenten, also Herausgeber von Anleihen, sind grundsätzlich in drei Gruppen zu unterteilen: Staaten, Unternehmen und Banken.

Der entscheidende Unterschied zur Aktie ist, dass man als Besitzer einer Anleihe nicht Teilhaber des Unternehmens (Staat, Bank) wird, sondern dem Unternehmen einen Kredit gewährt und dieses sich wiederum dazu bereit erklärt, diesen Kredit mit entsprechenden Zinszahlungen zurückzuzahlen. Eine einfache Anleihe ist sozusagen ein festverzinster Schuldschein.

FORMEN DES INVESTMENTS

Anleihen können kurz-, mittel- und langfristig erworben werden. Als kurzfristig werden Anleihen mit einer Laufzeit von unter vier Jahren bezeichnet. Mittelfristige Laufzeiten umfassen vier bis acht Jahre. Als langfristige Anleihe gilt jedes Papier mit einer Laufzeit von über acht Jahren. Die Laufzeit sollte anhand der persönlichen Finanzplanung gewählt werden, da ein vorzeitiger Verkauf mit Risiken behaftet ist. Plant man also das Geld nur kurz anzulegen und eine sichere Rendite einzufahren, wählt man kurze Laufzeiten. Bei mittelfristiger bis langfristigerer Kapitalanlage oder Altersvorsorge wird auf entsprechend längere Laufzeiten zurückgegriffen. Neben den anfangs beschriebenen Standardanleihen gibt es eine Vielzahl von Anleihen mit komplexeren Ausgestaltungsformen. Wichtig sind sog. Nullkuponanleihen, die keine Zinszahlungen über die Laufzeit leisten, sondern die gesamte Rendite am Ende der Laufzeit auszahlen. Für die Altersvorsorge werden teilweise Annuitätenanleihen interessant, da diese feste Zahlungen, bestehend aus Kupon und Tilgungsbetrag, leisten. Es soll hier allerdings lediglich das Grundprinzip von Anleihen verdeutlicht werden, denn mit allen exotischen Ausgestaltungsformen einer Anleihe lassen sich Bücher füllen. Das Internet und die Fachliteratur bieten hier eine ausreichende Wissensbasis für jede einzelne Form von Anleihen. Unseriöse Vermögensberatungen bzw. Finanzberatungen verkaufen ahnungslosen Kunden teilweise Unternehmensanleihen schlechter Bonität.


CHARAKTERISTIKA

Die Rendite einer Anleihe ist grundsätzlich als verhältnismäßig sicher anzusehen. Wird die Anleihe allerdings vor Ablauf der Laufzeit veräußert, entsteht ein Kursrisiko. Dieses Kursrisiko besteht darin, die Anleihe zu einem geringeren Preis verkaufen zu müssen, als sie erworben wurde. Beim Halten über die gesamte Laufzeit besteht dieses Risiko nicht. Der zweite wesentliche Risikofaktor, der beim Kauf von Anleihen besteht, ist das sog. Ausfallrisiko. Dieses beschreibt die Gefahr, dass der Emittent der Anleihe ausfällt, also praktisch pleite geht und seine Schulden beim Besitzer der Anleihe nicht mehr bezahlen kann. Als prominentes Beispiel seien hier die Staatsanleihen von Griechenland genannt, wo zwar kein Totalverlust zu verzeichnen war, die Anleihen aber nur mit großen Abschlägen zurückgezahlt wurden. Beide Risiken werden im Zuge von Vermögensberatung bzw. Finanzberatung häufig unter den Tisch gekehrt. Der Ausfall des Emittenten kann eben auch den Totalverlust zur Folge haben. Grundsätzlich sind viele Anleihen als eher risikoärmer zu betrachten, da es als unwahrscheinlich gilt, dass bspw. deutsche Staatsanleihen ausfallen, sprich Deutschland pleite geht. Ganz ausgeschlossen werden kann das Risiko allerdings nie, weshalb bei der Geld- bzw. Kapitalanlage in Anleihen, als eines der wichtigsten Kriterien, auf die Bonität des Emittenten geachtet werden sollte.

Wie schon das eher geringe Risiko bei Anleihen vermuten lässt, ist auch die Rendite in den meisten Fällen entsprechend moderat. Selbstverständlich gibt es auch Anleihen mit sehr hoher Rendite, diese geht dann naturgemäß mit einem höheren Risiko einher. Die Wahl eines soliden Emittenten kann dem Käufer von Anleihen eine verhältnismäßig sichere Rendite gewährleisten.


INVESTITION

Eine Anleihe wird grundsätzlich über einen sog. Broker erworben. Die gängigste Methode für Privatinvestoren ist heutzutage die Eröffnung eines Depots bei einer Bank oder die meist kostengünstigere Alternative der Eröffnung eines Depots bei einem Onlinebroker. Depotgebühren der Banken werden im Internet häufig vergleichend für Sie bereitgestellt. Die Bank oder der Onlinebroker halten alle Informationen, Anweisungen und Anleitungen bereit, die Sie zur Eröffnung eines Depots, zwecks Kapitalanlage, benötigen.

Der Kauf einer Anleihe funktioniert auch entsprechend einfach. Entweder Sie weisen ihren Bankberater an, die gewünschte Anleihe zur gewünschten Anzahl zu kaufen oder Sie wickeln den Kauf selbst über Ihr Onlinedepot ab. Meist gibt es einen Reiter oder Button wie „Wertpapierkauf“, der hierfür gedacht ist.

Jede börsengehandelte Anleihe muss auch über eine Börsenkennung verfügen. Dies ist entweder die sog. ISIN oder die WKN. Auf vielen Finanzseiten lässt sich durch Eingabe des Firmennamens leicht die entsprechende ISIN oder WKN herausfinden.

Durch Eingabe der entsprechenden Kennziffer und der jeweiligen Anzahl der Anleihen wird nun die Order ausgeführt. Der gängigste Ordertypus ist „Bestens“ und sagt lediglich aus, dass die Anleihe jetzt zum bestmöglichen Preis gekauft werden soll. Wer nicht spekuliert, ist mit dieser Möglichkeit ausreichend informiert. Nach Durchführung der Order ist man Gläubiger des jeweiligen Unternehmens, Staates oder der jeweiligen Bank.